Meine Themen

Gesundheits-ökonomie

Krankenkassenfinanzierung

Die Finanzierung unseres Gesundheitssystems bedarf einer grundlegenden Reform.

Deutschland ist eines der Länder, die am meisten Geld für Gesundheit ausgeben und dennoch schwächelt unser System an allen Ecken und Enden.
Jede*r kennt ewig langes Warten auf Termine, wenig Koordinierung zwischen Ärzt*innen und mangelnde Kontinuität in der eigenen Gesundheitsversorgung. Und trotz allem steigen die Kassenbeiträge immer weiter an.
Wir sagen, das Geld ist da, es ist nur schlecht verteilt. Die Linke fordert eine solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung, in die alle gemessen an ihrem Einkommen einzahlen. Jede*r muss kostenfrei und wohnortnah in hoher Qualität versorgt werden. Schluss mit der Beitragsbemessungsgrenze, Schluss mit der Zwei-Klassen-Medizin!

Wir wollen ein Gesundheitssystem, in dem Gesunde für Kranke und Reiche für Arme einstehen. Nicht die Profite, sondern die Bedürfnisse der Menschen müssen im Vordergrund stehen.

Arzneimittel und Apotheken

In einer Zeit, in der die Arzneimittelversorgung immer wieder unter Druck steht, ist eine starke Apotheke als Präsenzapotheke vor Ort wichtiger denn je.

Eine deutliche Erhöhung der Apothekenhonorare ist notwendig, um weitere Schließungen zu verhindern und wohnortnahe Versorgungsstrukturen zu erhalten. Der Online-Versandhandel braucht striktere Regeln, um faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber den Vor-Ort-Apotheken sicherzustellen. Es braucht eine verbindliche Strategie gegen Arzneimittelengpässe, einschließlich einer europäischen Produktion und klarer staatlicher Vorgaben für kritische Wirkstoffe. Zusätzliche Aufgaben wie Impfungen oder erweiterte Beratungen können Apotheken als Dienstleister im Gesundheitssystem stärken, Apotheken dürfen das aber nicht länger ohne angemessene Vergütung gewährleisten. Der Ausbau patientenorientierter Dienstleistungen in den Apotheken ist erforderlich, um Prävention und Versorgung alltagsnah zu verbessern.

Für uns ist klar: Apotheken müssen als zentrale Akteure im Gesundheitssystem anerkannt, finanziell stabilisiert und stärker in die Versorgung eingebunden werden, damit die Arzneimittelsicherheit für alle Menschen nachhaltig gewährleistet bleibt.

Public Health

Soziale Ungleichheit

Soziale Ungleichheit ist nicht nur ein Gerechtigkeitsproblem – sie macht Menschen krank.

Wer wenig verdient, in schlecht gedämmten Wohnungen lebt, körperlich harte Arbeit verrichtet oder sich Arztbesuche aufgrund von Zuzahlungen zweimal überlegen muss, hat ein höheres Risiko zu erkranken. Das wissen wir seit Jahren, aber politisch wird immer noch viel zu wenig dagegen getan.
Für uns ist klar, dass Gesundheit nicht nur vom individuellen Lebensstil abhängt, sondern von den sozialen Bedingungen, in denen Menschen leben. In einem reichen Land wie Deutschland kann es nicht sein, dass die Lebenserwartung davon abhängt, wie viel man verdient oder welchen Beruf man ausübt. Wenn Menschen in prekären Jobs häufiger krank werden, aber gleichzeitig stärker unter dem Druck stehen, trotzdem arbeiten zu müssen, dann läuft etwas grundsätzlich schief.

Wir brauchen Arbeitsbedingungen, die nicht krank machen, und Löhne, von denen man leben kann, frei von Stress, Existenzängsten, ohne die ständige Sorge, krank zu werden und alles zu verlieren. Außerdem brauchen wir ein solidarisches Gesundheitssystem, das alle gleich gut behandelt, unabhängig vom Einkommen.

Corona und Pandemien

Die Corona-Pandemie hat uns vor Augen geführt, wie verletzlich unsere Gesellschaft ist und wie sehr es auf Solidarität ankommt.

Sie hat uns aber genauso gezeigt, wo Politik und Staat über Jahre hinweg das Gesundheitssystem kaputtgespart haben. Wenn Intensivstationen an ihre Grenzen kommen oder Pflegekräfte am Rand der Erschöpfung stehen, dann ist das kein Naturereignis, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen. Für uns ist klar: Gesundheit gehört in die öffentliche Hand, muss gut finanziert sein und darf dem Druck, Profite zu erwirtschaften, nicht unterliegen. Aus dieser Pandemie müssen wir lernen.

Wir brauchen ein robustes öffentliches Gesundheitswesen, soziale Sicherheit ohne Ausnahme und eine Gesellschaft, die sich im Alltag genauso solidarisch zeigt wie in Krisenzeiten. Nur so können wir uns im Falle einer neuen Pandemie widerstandsfähig wappnen und die Pandemie gerechter bestehen.

Klima, Umwelt & Gesundheit

Die Klimakrise ist längst auch eine Gesundheitskrise.

Extremhitze, schlechte Luft, verseuchte Böden und steigende Belastungen für Körper und Psyche treffen nicht alle gleichermaßen – am stärksten betroffen sind diejenigen, die ohnehin am wenigsten Schutz haben. Wer in dicht bebauten Stadtteilen mit wenig Grünflächen lebt, in schlecht isolierten Wohnungen wohnt oder in körperlich belastenden Berufen arbeitet, spürt die Folgen des Klimawandels früher und härter.

Für uns ist deshalb klar, dass Klimaschutz nicht nur eine ökologische Aufgabe ist, sondern eine soziale und gesundheitspolitische Verpflichtung. Eine gerechte Klimapolitik bedeutet deshalb auch, dass alle Menschen das Recht auf eine Umwelt haben, die nicht krank macht.

Drogenpolitik

Alkohol & Tabak

Die ideologische Ungleichbehandlung von legalen und illegalen Drogen ist wissenschaftlich nicht haltbar.

Jährlich sterben tausende Menschen an den Folgen von Alkohol- und Tabakkonsum. Trotzdem tut die Bundesregierung nichts, um den gesellschaftlichen Konsum zu reduzieren. Wir wollen eine evidenzbasierte Drogenpolitik, die die Risiken von Alkohol- und Tabakkonsum anerkennt und entsprechend reguliert.

Hier steht für uns ein umfassendes Werbeverbot an erster Stelle. Mit der Sucht von Menschen darf kein Profit gemacht werden!

Cannabislegalisierung

Die Entkriminalisierung von Cannabis unter der Ampel-Regierung, war ein Schritt in die richtige Richtung. Dennoch dürfen wir hier nicht stehen bleiben.

Das Cannabisgesetz hat viele Mängel, von den hohen Hürden für Anbauvereinigungen bis zu den Blockaden von Landesregierungen. Die aktuelle Regierung zeigt kein Interesse, die Fehler des Gesetzes zu beheben und den immer noch florierenden illegalen Markt von Cannabis wirksam einzudämmen. Im Gegenteil, sie versucht mit aller Macht auch die kleinen Errungenschaften nichtig zu machen. Angefangen mit dem Vorhaben zur Einschränkung des Medizinalcannabisgesetzes bis zur Verweigerung wissenschaftlicher Forschungsprojekte zur Cannabisabgabe zu genehmigen.

Wir werden nicht aufhören Druck zu machen, für eine vollständige Legalisierung von Cannabis und dem Ende der Schikane gegenüber Konsumierenden.

Schadensminderung

Unsere Drogenpolitik folgt dem Prinzip der Schadensminderung (harm reduction).
Konkret bedeutet das: Leben retten.

Um die Risiken des Drogenkonsums soweit wie möglich einzudämmen, braucht es einen flächendeckenden Zugang zu Drogenkonsumräumen, Drug-Checking-Stellen und Beratungs- und Hilfsangebote. Im Weiteren müssen Projekte legaler Abgabestellen sowie Substitutionsangebote gefördert und ausgebaut werden. Im gleichen Sinne müssen legale Drogen wie Alkohol und Tabak strenger reguliert werden, da ihr Konsum mit Abstand für die meisten Gesundheitsschäden und Todesfälle verantwortlich ist.