Mehr soziale Sicherheit und weniger Stress kann psychischen Erkrankungen vorbeugen!

BayernPresse

Aus dem Psychreport Bayern der Krankenkasse DAK geht hervor, dass die psychischen Erkrankungen bei bayerischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern deutlich zugenommen haben. 2021 wurde mit 2,38 Krankheitstagen pro Beschäftigten ein neuer Höchststand erreicht. Das bedeutet eine Zunahme von 50 Prozent binnen zehn Jahren.

Ates Gürpinar, Landessprecher der LINKEN. Bayern, erklärt dazu: „Es ist bezeichnend, dass wir diesen neuen Höchststand gerade in einem Pandemiejahr sehen. Das Kurzarbeiter*innengeld der Bundesregierung konnte zwar eine große Welle der Arbeitslosigkeit verhindern. Da es aber nur 80 Prozent vom Bruttolohn beträgt, bedeutet dies für viele Geringverdiener*innen und Teilzeitbeschäftigte trotzdem harte Einschnitte, die die Beschäftigten vermutlich auch psychisch belasten. DIE LINKE hat hier eine Erhöhung auf 90 Prozent gefordert.“

Gürpinar weiter: „Gerade Frauen sind in Bayern oft in Teilzeit beschäftigt und verdienen im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer. Das Kurzarbeiter*innengeld reduziert dieses Einkommen zusätzlich. Auch bei den psychischen Erkrankungen sind Frauen häufiger davon betroffen. Acht Prozent der weiblichen Beschäftigten erkrankten 2021, bei Männern nur fünf Prozent. Außerdem sind Frauen häufig in sozialen Berufen beschäftigt. Diese sind zwar systemrelevant, Arbeitsbedingungen und Löhne müssen hier aber endlich aufgewertet werden.

Dass bei den Berufsgruppen die Beschäftigten im Gesundheitsbereich mit Abstand am meisten von psychischen Erkrankungen betroffen sind, zeigt wie ernst die Lage ist. Diese Menschen tun ihr Möglichstes, um ins in der Pandemie vor dem Schlimmsten zu bewahren und müssen dabei an ihre psychischen und physischen Grenzen gehen und immer öfter auch darüber hinaus. Hier brauchen wir endlich Entlastung und mehr Personal. Bundes- und Landesregierung haben zwar viele warme Worte für die Beschäftigten, aber es mangelt weiterhin an Taten.“